Migräne & Kopfschmerzen

Insgesamt lassen sich heute über 200 verschiedene Kopfschmerzformen unterscheiden, die in der Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS) definiert sind und nach festen Kriterien abgegrenzt werden. Dabei wird zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterschieden.

Bei den primären Kopfschmerzen ist keine Ursache bekannt. Zu den primären Formen gehören Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen und Kopfschmerzen ohne strukturelle Läsionen z.B. durch Kälte, Husten oder grosse Anstrengungen hervorgerufen.
Bei den sekundären Kopfschmerzen ist stets eine Ursache bekannt, z.B. nach Kopfverletzung, bei Hirnhautentzündung oder nach Alkoholgenuss.
Die Migräne spielt unter den Kopfschmerzerkrankungen eine besondere Rolle. Etwa 15% der weiblichen und 5-7% der männlichen Bevölkerung sind von Migräne betroffen. Migräne ist ein anfallsartig auftretender, nicht symptomatischer Kopfschmerz, der typischerweise mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit einhergeht. Der meist sehr starke halbseitige Kopfschmerz wird als pulsierend und pochend beschrieben. Bei etwa 20% der Migränepatientinnen und -patienten liegt eine Migräne mit Aura vor. Hierbei kommt es vor Eintreten, selten auch während der Kopfschmerzen, zu neurologischen Reiz- oder Ausfallserscheinungen. Die häufigste Form ist die visuelle Aura mit Sehstörungen, Flimmern und Gesichtsfeldausfällen. Neben diesen visuellen Symptomen können jedoch auch halbseitige Sensibilitätsstörungen, Paresen sowie Sprech-oder Sprachstörungen auftreten.
Ein Abklärungsbedarf der Kopfschmerzen besteht insbesondere dann, wenn einer oder mehrere der aufgeführten Punkte auf Sie zutreffen:

Migräne oder Kopfschmerzen beunruhigen mich
Migräne oder regelmässige Kopfschmerzen behindern meinen Alltag und Beruf
Ich erhalte vom Hausarzt / von der Hausärztin nicht die gewünschte Information
Ich habe noch nie von Triptanen gehört
Verschiedene Behandlungen blieben bisher erfolglos
Ich habe trotz täglicher Medikamenteneinnahme noch Kopfschmerzen

Da es keine Untersuchung gibt, die die Diagnose einer Migräne bestätigen kann, ist das Führen eines Kopfschmerzkalenders sinnvoll: Wann und unter welchen Umständen haben Sie Kopfschmerzen? Welche Begleiterscheinungen haben Sie (Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Geräusch-, Geruchsempfindlichkeit, Sehstörungen, usw.)? Mit der detaillierten Beschreibung Ihrer Kopfschmerzen helfen Sie dem Arzt oder der Ärztin bei der Diagnosestellung. Der Kopfschmerzkalender hilft aber auch Ihnen, Ihre ganz persönlichen Kopfweh-Auslöser aufzuspüren, damit Sie diese in Zukunft besser vermeiden können.

Kopfweh-Kalender (Jahreskalender)

Kopfweh-Kalender (Quartalskalender)