Podcast: Kopfverletzungen im Fussball – wie gefährlich sind sie wirklich?
Die Schweizer Nationalmannschaft hat die Qualifikation für die WM 2026 geschafft – ein perfekter Anlass, um im Radio1-Podcast Gesundheit und Wissenschaft ein Thema aufzugreifen, das im Fussball immer wieder für Diskussionen sorgt: Kopfverletzungen.
Dr. Reto Agosti erklärt, welche Arten von Kopfverletzungen im Fussball auftreten können, wie gefährlich sie sind und weshalb besonders Hirnerschütterungen ernst genommen werden müssen.
Welche Kopfverletzungen treten im Fussball auf?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Kategorien:
1. Gesichtsverletzungen
- Betreffen Knochen oder Weichteile des Gesichts
- Das Gehirn ist dabei nicht betroffen
- Beispiele: Platzwunden, Nasenbeinfrakturen, Augenbrauenverletzungen
2. Hirnverletzungen
Diese sind weit gefährlicher und lassen sich weiter unterteilen in:
- Fokale Hirnverletzungen: Entstehen durch einen punktuellen Schlag.
Beispiel: Schädelfraktur, verursacht z.B. durch die Spitze eines Fussballschuhs - Diffuse Hirnverletzungen: Betrifft das Gehirn flächig.
Typischstes Beispiel: Hirnerschütterung (Commotio cerebri)
Gerade Hirnerschütterungen sind im modernen Fussball ein zentrales Thema – und werden häufig unterschätzt.
Warum sind Hirnerschütterungen so heikel?
Dr. Agosti betont: „Hirnerschütterungen muss man sehr ernst nehmen.“ Die Erkenntnisse aus 20–30 Jahren Forschung, insbesondere aus dem American Football, zeigen deutlich, dass wiederholte Erschütterungen zu schweren Langzeitfolgen führen können.
Das liegt daran, dass:
- die Nervenzellen diffus verletzt sind
- das Gehirn temporär wichtige Funktionen verliert
- die Zellen lange Erholungszeiten benötigen
Je häufiger solche Mikrotraumen auftreten, desto grösser das Risiko für kognitive Einschränkungen, Gedächtnisprobleme oder Störungen der räumlichen Orientierung.
Return-to-Play: Wann dürfen Spieler wieder auf den Platz?
Die internationalen „Return to Play“-Guidelines sind heute klar definiert:
1. Strikte Ruhephase, bis keine Symptome mehr auftreten
- keine Kopfschmerzen
- kein Schwindel
- keine Konzentrationsprobleme
2. Leichtes Training im Anschluss
3. Stufenweise Belastungssteigerung
4. Bei Rückkehr von Symptomen: eine Stufe zurück und warten
Nur wer vollständig beschwerdefrei ist, darf wieder voll trainieren.
Neugierig geworden?
Jetzt die ganze Folge im Radio1-Podcast „Gesundheit und Wissenschaft“ hören: Podcast.
