Eli Lilly zieht Rayvow® vom Markt zurück. Besonders betroffen sind Migräne-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die keine Triptane einnehmen dürfen.
Eli Lilly hat den weltweiten Rückzug von Rayvow® angekündigt. Der Wirkstoff Lasmiditan wird damit schrittweise vom Markt genommen. Besonders relevant ist diese Entscheidung für Menschen mit Migräne, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für die Triptane nicht geeignet sind.
Was ist Lasmiditan?
Lasmiditan gehört zur Gruppe der sogenannten Ditane. Im Gegensatz zu Triptanen hat Lasmiditan keine gefässverengende Wirkung. Dadurch galt es als wichtige potenzielle Alternative für Migräne-Betroffene mit kardiovaskulären Erkrankungen, bei denen Triptane kontraindiziert sind.
Bekannte Nebenwirkungen
Unter der Anwendung von Lasmiditan traten insbesondere folgende Nebenwirkungen auf:
- Schwindel
- Müdigkeit
- Parästhesien
- Sedierung
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) empfahl nach der Einnahme von Lasmiditan mindestens 8 Stunden lang kein Auto zu fahren und keine Maschinen zu bedienen, da die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein kann.
Warum verschwindet Rayvow®?
Der Rückzug von Rayvow hat laut Eli Lilly keine sicherheitsbezogenen Gründe.
Stattdessen werden folgende Faktoren genannt:
- rückläufige Verkaufszahlen
- zunehmende Konkurrenz durch neue Therapien
- insbesondere durch Gepante
Damit handelt es sich vor allem um eine wirtschaftliche und strategische Entscheidung.
Bedeutung für die Schweiz?
In der Schweiz war Lasmiditan im Gegensatz zu den USA und Europa nie offiziell zugelassen. Durch den weltweiten Rückzug gilt eine zukünftige Einführung in der Schweiz als praktisch ausgeschlossen. Für Schweizer Patientinnen und Patienten ändert sich dadurch klinisch wenig – dennoch ist Lasmiditan als potenzielle Therapieoption endgültig vom Tisch.
Welche Alternativen bleiben bei Migräne?
Zur Akuttherapie stehen weiterhin mehrere bewährte Optionen zur Verfügung:
✔ Analgetika
✔ NSAR
✔ Triptane
Für Patientinnen und Patienten, die keine Triptane einnehmen dürfen, bleiben insbesondere moderne Wirkstoffe aus der Gruppe der Gepante. Diese gelten als vielversprechende Alternative, da sie keine gefässverengende Wirkung haben und somit auch bei kardiovaskulären Risikopatienten eingesetzt werden können.
