Es ist allgemein bekannt, dass Migräne mit zunehmendem Alter abnimmt. Leiden ältere Menschen demnach weniger unter Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen im Alter werden häufig unterschätzt. Zwar nimmt Migräne mit zunehmendem Alter ab und tritt bei Frauen deutlich häufiger auf, doch sie ist nur eine von über 200 möglichen Kopfschmerzdiagnosen. Einige Kopfschmerzformen treten im Alter sogar häufiger auf – und manche können gefährlich werden. Welche Kopfschmerzen im Alter typisch sind, erklärt Kopfschmerzexperte Dr. Reto Agosti in einem aktuellen Beitrag in der Zeitschrift Brigitte.

Zu den wichtigsten Alterskopfschmerzen zählt die Schläfenarteriitis (Arteriitis temporalis) – ein absoluter Notfall. Typische Symptome sind starke Kopf- und Schläfenschmerzen, Schmerzen beim Kauen und stark erhöhte Entzündungswerte. Ohne sofortige Kortisontherapie drohen Erblindung oder Schlaganfall.

Häufig im Alter ist auch der gutartige nächtliche Kopfschmerz, der Betroffene mit heftigen Schmerzen aus dem Schlaf reißt. Linderung finden manche durch Koffein, andere benötigen Triptane oder prophylaktische Therapien.

Ebenso treten Gürtelrose-Schmerzen (Herpes Zoster) am Kopf und Nacken im Alter gehäuft auf. Die oft langanhaltenden, berührungsempfindlichen Schmerzen erfordern eine gezielte medizinische Behandlung. Aufgrund der steigenden Häufigkeit im Alter wird die Herpes-Zoster-Impfung ab 65 Jahren empfohlen.

Ein weiterer typischer Alterskopfschmerz ist die Trigeminusneuralgie, die blitzartige, elektrisierende Gesichtsschmerzen verursacht. Ausgelöst wird sie oft durch den Kontakt einer kleinen Arterie mit dem Trigeminusnerv. In vielen Fällen kann ein kleiner neurochirurgischer Eingriff langfristige Besserung bringen.

Weitere Details, Warnsignale und Tipps für Betroffene erläutert Dr. Reto Agosti ausführlich im Brigitte-Artikel.

Interessiert? Hier geht es zum Beitrag: Gesund im Alter (Seite 15).